Werden Ihnen Fehler zugeschoben, die Sie nicht gemacht haben? Von einem Kollegen, einer Kollegin oder sogar vom Chef? Werden Sie bei wichtigen Entscheidungen übergangen? Wird Ihre Kompetenz infrage gestellt oder werden Sie sogar mit Drohungen unter Druck gesetzt? Fühlen Sie sich manchmal ausgeschlossen? Laufen Sie wie auf Eierschalen in Ihrem Arbeitsumfeld? Ein kleiner Fehler wird zum großen Problem?
Solche Situationen bleiben selten ohne Folgen: Schlafstörungen, ständige Anspannung, Gereiztheit oder das Gefühl, innerlich immer kleiner zu werden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Herr Andreas (Name und Situation verändert) kam ins Coaching, weil er über Monate von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt wurde. Der Chef rief zu Hause an, obwohl er noch krank war. In der Mittagspause sollte er weiterarbeiten, der Chef verringerte das Arbeitspensum nicht, obwohl er sich unwohl fühlte. Die Folgen: Kopfschmerzen, Herzrasen, innere Unruhe.
Im Coaching lernte er, klare Grenzen zu setzen und selbstbewusst aufzutreten. Schritt für Schritt änderte sich dadurch auch die Haltung seines Chefs. Andreas bekam wieder Respekt – und mit der Zeit ließen auch die körperlichen und seelischen Beschwerden nach. Heute hat er wieder Freude an seiner Arbeit.
Was Sie bedenken sollten
Es gibt Wege, mit solchem Verhalten umzugehen. Dazu gehört:
Selbstbewusst bleiben, auch wenn es schwerfällt.
Konkret ansprechen, was nicht in Ordnung ist – mit Beispielen.
Ihre Arbeit dokumentieren, damit Sie Rückhalt haben.
Unterstützer suchen – intern oder extern.
Eigene Grenzen kennen und schützen.
Aber: Jeder Schritt birgt auch Risiken. Eine Konfrontation kann den Konflikt entschärfen – oder verschärfen. Deshalb ist es wichtig, vorbereitet zu sein und sich Klarheit über mögliche Folgen zu verschaffen.
Ein erster Schritt
Falls Sie spüren, dass Sie der Druck überfordert: Wenn Sie die Situation nicht ändern können, haben Sie trotzdem die Möglichkeit, sich zu schützen. Manchmal reicht schon ein neuer Blickwinkel, um sich besser zu fühlen oder den ersten Schritt zu gehen.